Endlich wieder Messe!

Fahren wir oder fahren wir nicht? Das war die große Frage vor der h+h Cologne 2022. Und: Wie wird der Re-Start aussehen? Welche Aussteller würden überhaupt vor Ort sein? Fühlt man sich selbst wohl in den Messehallen? Long story short: Wir sind gefahren. Und die h+h Cologne 2022 war definitiv anders, aber dennoch wertvoll – ein vorsichtiger, behutsamer Schritt zurück in die Messe-Welt.

„Back to the future“ als Motto

„Back to the future“ lautete das Motto der Fachmesse für Handarbeit und Hobby, die in diesem Jahr als Hybrid statt fand – die Messehallen in Köln waren drei Tage lang (18. bis 20. März 2022) geöffnet, parallel gab es ein Online-Programm. Dass die Präsenz-Messe pandemiebedingt recht kurzfristig aus dem Boden gestampft wurde, merkte man ihr deutlich an: Nur 150 statt mehr als 400 Aussteller, und so manches Flaggschiff der Branche – wie etwa Prym und Vlieseline – war gar nicht präsent. Und wer sich für die Rückkehr auf die Fläche entschieden hatte, musste Nutzen und Risiko genau abwägen: ein Standhimmel voller bunter Overlock-Konen oder Regenschirme war da optisch schon das Highlight. Ja, man vermisste den Wow-Effekt, den man sonst immer hatte – etwa am Stand von rico-design. Aber wohl dem, der vorsichtig kalkuliert hatte: Denn die h+h Cologne 2022 zählte 4500 Besucher an drei Tagen. Zum Vergleich: 2019 waren es mehr als 16.500 Besucher.

Ein Stand-Himmel voller Overlock-Konen. Foto: koelnmesse / hh-cologne

Trotz allem: die h+h Cologne 2022 blickt zufrieden auf ihren Re-Start zurück. Mit der Rückkehr in die Messe-Hallen setze man ein „Zeichen des Aufbruchs und des Neubeginns“, so Hedi Ehlen, Geschäftsführerin des Branchenverbandes „Initiative Handarbeit“. Und aus Fachbesucher:innen-Sicht muss ich klar sagen: Die sehr luftig bestückten Messe-Hallen und die Tatsache, dass sich die Besucher:innen sehr gut auf der Fläche verteilten, haben mir den Wiedereinsteig ins Messe-Business deutlich leichter gemacht. Kein Gedränge, immer genug Abstand – und stets ein freies Plätzchen auf der Sonnenterrasse, um zu netzwerken: Ich konnte meine Anspannung recht schnell hinter mir lassen und das Messe-Wochenende in vollen Zügen genießen.

Was fürs Herz: Wiedersehen nach zwei Jahren Pandemie

Das Bloggertreffen der Initiative Handarbeit dieses Jahr war definitiv ein Highlight: Für mich war es wie ein wundervolles Klassentreffen der Messe-Pioniere. Die, die schon 2015 und 2016 mit ’ner Cola in der Hand im Messestand der Initiative Handarbeit standen und erste Kontakte knüpften, waren auch jetzt alle wieder da. Mit Maske. Mit Abstand. Aber einem Strahlen in den Augen, das mich wirklich berührte. Seit Jahren sind wir verbunden durch das Internet, mal mit engerem, mal mit loserem Kontakt – aber mit diesem einen gemeinsamen Fix-Punkt im Kalender: dem Messe-Wochenende in Köln. So war es auch dieses Jahr wieder und ganz oft blieb mehr Zeit als für ein flüchtiges „Hallo – Du auch da?!“. Das war wirklich wundervoll und ich zehre heute noch von diesem schönen Wochenende.

Nähst Du noch oder strickst Du schon?

Auf die Marktanalyse der Initiative Handarbeit, die der Branchenverband alljährlich auf der h+h vorstellt, bin ich immer gespannt – und staune jedes Jahr erneut über die Zahlen und Umsätze. Gaben die Kund:innen in den vergangenen Jahr das meiste Geld für Stoffe aus, holten im vergangenen Jahr die Strick- und Häkelgarne deutlich auf. Das spiegelt sich auch in meiner ganz eigenen handmade-Bubble: Viele, die vor Jahren ausschließlich nähten, haben in den vergangenen beiden Jahren das Stricken entweder neu oder wieder für sich entdeckt.

Der Gesamtmarkt für Handarbeitsbedarf in Deutschland belief sich 2021 gemessen an Endverbraucherpreisen auf 1,2 Milliarden Euro. Der Markt bewege sich somit nach wie vor auf hohem Niveau. Nach dem „Ausnahme-Jahr 2020“ – die Corona-Pandemie hat der Branche ein zweistelliges Plus beschert – habe sich der Markt 2021 wieder normalisiert. Wenn ihr Lust auf noch mehr Zahlen und Analysen habt, dann findet ihr diese in der Pressemeldung der Initiative.

Wunderschöne Stickrahmen bei editex. Foto: koelnmesse / hh-cologne

MachDeinDing 2022: Hut statt Tasche

Nicht ohne meinen Sonnenhut: Die Initiative Handarbeit hat ihren Kreativ-Wettbewerb 2022 unter das Motto „Let the sunshine in“ gestellt. Die Kopfbedeckung im Stile eines Bucket-Hats kann entweder genäht oder gehäkelt werden. Die Anleitungen sowie alle Infos zum Wettbewerb gibt’s kostenlos auf der Homepage zu Mach Dein Ding 2022. Entdeckt ihr unsere Version, die wir vorab genäht haben? Diese hat hier auf sommersachen.com aber ihren eigenen Auftritt verdient. Daher schick‘ ich Euch heute erst mal rüber zur Initiative und all den anderen Beispielen meiner Kolleg:innen.

Mein Messe-Fazit

Wir – mein Best-Reise-Buddy Anja und ich – sind mit niedrigen Erwartungen nach Köln gefahren. Ein guter Plan, denn diese wurden übertroffen. Zugegeben: Am ersten Tag schluckten wir kräftig aufgrund der doch deutlich reduzierten Aussteller:innen und Besucher:innen. Allerdings erleichterte uns die Tatsache dann auch die Rückkehr in den Messe-Alltag. Wir entdeckten Neues – wie etwa die tollen Stoffe von Atelier Jupe, luden unseren kreativen Akku auf, trafen tolle Menschen, die die Frage: „Darf ich mal anfassen?“ ausschließlich auf ihr Outfit und dessen Grundware – den Stoff – beziehen und ließen uns von großartiger handmade Fashion und tollen Stoff-Kombis inspirieren. Ich würd sagen: Messe-Ziel mehr als erreicht!

Und? Wer von Euch ist 2023 mit am Start?
#savethedate: Die h+h cologne findet vom 31. März bis 2. April 2023 statt.

Teile diesen Beitrag – sharing is caring!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.