immer wieder gefragt

Seit wann nähst Du?

Diese Frage kann ich gar nicht ganz genau beantworten. Sicher ist: Die Liebe zur Handarbeit habe ich von meiner Mutter. Sie hatte immer irgendein Projekt in der Mache. Ich erinnere mich noch gut an ihre filigranen Deckchen, die sie zuerst gehäkelt, dann gestärkt und zum Trocknen auf riesige Styroporplatten gespannt hat. An die Makramee-Eule, die im Hausflur hing. Das selbstgenähte Sofa aus Kunstleder und Bommelborte, das in meinem Barbie-Haus stand. Die Gipsbilder, die wir zuerst gegossen, und dann mit Wasserfarben angemalt haben. Stoffmalfarben aus der Tube, mit denen wir Servietten, Taschentücher und Tischdecken bemalt haben. An Broschen aus Fimo mit Glitzerpulver. Genäht wurde auch – aber meist nur zweckmäßig: Hosen kürzen, Reißverschlüsse ersetzen, Löcher flicken.

Für mich selbst habe ich das Hobby erst Jahre später über eine Freundin wieder entdeckt. Tildas Welt hatte uns fest im Griff. Wer erinnert sich noch? Wir nähten Täschchen, Bärchen, Häschen und Engelchen. Und irgendwann wollte ich mehr: Ich wollte Kleider nähen. Vor allem für unsere Tochter. Ich weiß noch genau, wie ich – im Sommer 2012 – meine erste Pumphose mit Bündchen gefeiert habe, und spontan beschlossen habe: „Ich brauch‘ ne neue Nähmaschine!“

Hast Du Dir das selbst beigebracht?

Jein! Ich habe sicherlich sehr viel von meiner Mutter gelernt – vor allem den Mut, sich einfach mal an ein Projekt zu wagen. Anfangs dafür gesorgt, dass so manches Teil nicht halbfertig in der Ecke, sondern fertig im Schrank gelandet ist, hat meine liebe Freundin Conny. Am meisten gelernt habe ich aber durchs Machen. Trial and Error. Nähen. Auftrennen. Wieder von vorne anfangen. Und natürlich ist das Internet nicht nur ein guter, sondern auch ein sehr geduldiger Lehrmeister.  Es gibt unzählige Videos, Tutorials, Anleitungen – und anfangs war der Laptop mein ständiger Begleiter beim Nähen.

Ich könnte das ja NIE!

Doch das kannst Du auch! Davon bin ich wirklich überzeugt! Wenn Du wirklich mit dem Nähen anfangen willst, dann mach’s! Du brauchst dafür nicht die teuerste Maschine, nicht das teuerste Garn und nicht den teuersten Stoff. Du brauchst vor allem – Geduld, und das mit Dir selbst. Meine ersten Nähte waren auch nicht perfekt, die ersten Projekte schief und schräg und von der Passform her – charmant formuliert – suboptimal. Aber mit jedem Teil lernt man dazu.

Mit welchen Nähmaschinen nähst Du?

Die ersten Projekte habe ich mit einer Maschine vom Discounter genäht. Recht schnell bin ich dann aber auf ein Mittelklasse-Modell umgestiegen, und hab auch in eine Einsteiger-Overlock investiert. Vor ein paar Monaten habe ich mir nun den Traum von einem neuen Fuhrpark erfüllt, und nähe seither auf folgenden Maschinen:

Wie? Keine Stickmaschine?

Ertappt! Viele Jahre war ich der felsenfesten Überzeugung, dass ich keine Stickmaschine brauche. Denn die stickt ja nicht von alleine. Die muss man bedienen können, die will mit Stickdateien gefüttert, und mit Garn befüllt werden. Dann kam ein Nähtreff in Trier, bei dem ich die Stickmaschine der Emma Oktoberkind testen durfte. Und was spukt mir seither im Kopf rum? Ach, reden wir besser nicht drüber.

Hast Du einen Plotter?

Ja, ich habe einen Plotter, und zwar den Silhouette Portrait. Leider nutze ich ihn weit unter seinen Möglichkeiten, denn ich habe bislang nur Schriftzüge, Herzen, Zahlen oder komplett fertige Dateien aus Flex- und Flockfolie für Kleidung und Deko damit geplottet.

Wo kaufst Du Deine Stoffe?

Zu 95 Prozent online. Auf den Stoffmarkt gehe ich eigentlich nur noch, um mich mit Näh- und Bloggerfreunden zu treffen. Aber nach wie vor kaufe ich einfach zu viel Stoff. Zwar immer mit einer Idee im Kopf – aber zu wenig Zeit, um sie dann auch gleich umzusetzen.

Auf was kannst Du beim Nähen nicht verzichten?

Auf meinen Nahttrenner. Auf gutes Garn. Und ein Stück Schokolade in der Schublade.

Wenn Du nicht nähst, dann…?

…habe ich meistens ein anderes, kreatives Projekt am Start: Ich gieße Beton in Form, drücke Grußkarten einen Stempel auf, präge Papier, sticke Blüten und Blätter, häkele Abschminkbads oder Einkaufsbeutel, knote Schlüsselbänder und Wanddeko im Boho-Style, übe mich in Watercolor und Lettering, fädele Schmuck auf oder ziehe was Feines aus dem Ofen oder vom Herd.

Was ist eigentlich aus schoenstebastelzeit geworden?

schoenstebastelzeit hieß dieser Blog viele Jahre lang – genau genommen von seiner Gründung an im September 2013.

Mitte der 90er war ich vor allem mit Papier kreativ: Eines Tages fragte mich eine Freundin, ob ich nicht Interesse hätte, einen Verkaufsstand bei ihrem Kunsthandwerkermarkt zu machen. Ja, hatte ich. Doch einen Namen, den hatte meine kleine Papier-Manufaktur damals noch nicht. Unser Nachname ist Sommer. Und der ist für uns – ganz klar – die schönste Jahreszeit. Und daraus entstand dann recht spontan die schoenstebastelzeit.

Als ich dann 2013 mit dem Bloggen begann, war das eine ziemlich fixe Idee: Ich hab mir gar keinen großen Kopf darüber gemacht, ob das was Größeres, Längeres, Bleibendes werden könnte. Ich wollte einfach loslegen. Das hab ich dann auch. Ganz spontan. Mit dem Namen, den die kleine Papier-Manufaktur damals hatte. Mein Portfolio wandelte sich, das Basteln verschwand immer mehr aus meinem Alltag – und so wurden aus schoenstebastelzeit dann im Frühjahr 2022 die sommersachen.

Du findest hier nach wie vor viele Beiträge aus der Zeit von schoenstebastelzeit. Vieles würde man heute so nicht mehr online stellen. Trotzdem habe ich die meisten Inhalte nicht gelöscht. Denn Bloggen ist eine Reise. Und ich finde es schön, die Entwicklung zu sehen – schließlich hat jede:r hat mal klein angefangen in diesem Internet.

Du hast noch weitere Fragen?

Dann stell‘ sie mir einfach. Am liebsten per Mail an hallo@sommersachen.com