OsterLoveStory: Schoko küsst Karotte

Wer hat’s erfunden? Genau – die Schweizer! So manches haben sie einfach drauf, die Eidgenossen: Schokolade etwa. Oder Volksabstimmungen. Nussstängeli sowieso. Natürlich Nähmaschinen. Und – Rüeblitorte. Der Kuchenklassiker aus dem Kanton Aargau kommt traditionell so weiß daher wie die Spitze des Matterhorns nach Neuschnee: mit einer dicken, fetten Schicht Puderzuckerglasur. Warum ihr hier trotzdem eine Rüeblitorte mit dunkler Schokoladenglasur seht? Weil ich ein kleiner Revoluzzer bin. Und mir gedacht habe, warum nicht zwei gute Dinge aus der Schweiz zusammen bringen? Rüeblitorte und Schokolade? Und ich kann Euch sagen: Es ist Liebe – die ganz große!


Die Kombi aus dem saftigen Möhrenkuchen, der zuckrig süßen Aprikosenglasur und der Schokoladenglasur, die beim Reinbeißen herrlich knackt, ist wirklich ein Genuss. Und ich werde die Torte genauso für den Osterkaffee am Sonntag backen.  Habt ihr Lust bekommen? Dann kommt hier das Rezept für Euch.

Ihr braucht 

  • 380 Gramm Karotten  
  • 5 Eier (Größe M)
  • 250 Gramm Zucker
  • 250 Gramm Sonnenblumenöl
  • eine große Prise Zimt
  • Abrieb einer Bio-Zitrone
  • 200 Gramm Mandeln
  • 250 Gramm Mehl (Typ 550)
  • 10 Gramm Backpulver 
  • 6 Esslöffel Aprikosenkonfitüre
  • 200 Gramm Zartbitterkuvertüre
  • einen Teelöffel Kokosfett 
  • 12 Marzipanmöhrchen 

Und so geht’s: 
Den Ofen am besten schon jetzt auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Die Karotten raspeln, am besten geht das natürlich mithilfe einer Küchenmaschine. Ich mag es, wenn sie nicht ganz so fein und klein gehackt werden, sondern noch etwas Biss haben. Die Karotten dann erst einmal beiseite stellen.

Die Eier schaumig schlagen, und die Masse so lange rühren, bis sie schön hell ist. Dann langsam den Zucker und dann das Sonnenblumenöl dazu laufen lassen, weiter rühren. Zum Schluss Zimt und Zitronenabrieb unterrühren. Mandeln, Mehl und Backpulver mischen, und unter die Eier-Zucker-Masse heben. Zum Schluss die geraspelten Karotten ebenfalls unterheben. Die Masse – die sehr flüssig ist – in eine mit Backpapier ausgelegte und an den Rändern eingefettete Kuchenform (26 cm Durchmesser) füllen, und bei 180 Grad etwa 45 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. Bleibt nix am Holstäbchen hängen, ist der Kuchen fertig. Aprikosenmarmelade aufkochen, und auf dem noch warmen Kuchen verstreichen. Abkühlen lassen. Dann die Zartbitterkuvertüre schmelzen, das Kokosfett dazu geben, und ebenfalls schmelzen lassen. Die Mischung auf dem Kuchen verteilen, kurz antrocknen lassen. Die Marzipanmöhrchen auf dem Kuchen platzieren, und die Schokolade vollständig aushärten lassen. Mindestens zwei Stunden kühl stellen.

Ihr könnt es sogar auf den Bildern sehen: der Kuchen ist wunderbar saftig. Am besten schmeckt er übrigens am Tag nach dem Backen – dann ist er herrlich durchgezogen. Daher gilt für den Kuchen dasselbe wie für die Geschenke an Ostern: am besten vor dem Rest der Familie verstecken.

Meine Rüeblitorten-Premiere feierte ich übrigens vergangenes Jahr in der Backstube des Landesverbands für das Württembergische Bäckerhandwerk. Zwischen Karottenraspeln und Eiaufschlagplatz (kein Witz – den gibt’s dort wirklich! #hygienegründe) findet jedes Jahr ein toller Netzwerk-Termin des Südwestrundfunks (SWR) statt. Da knetet der Pressesprecher des Kultusministeriums mit der PR-Referentin vom Bodensee um die Wette, Unternehmenssprecher üben sich im Modellieren von Marzipanfiguren statt im Ausformulieren von Pressemitteilungen – und am Ende des Tages nimmt man nicht nur viele neue Kontakte mit nach Hause, sondern auch die selbst gebackenen Leckereien samt Rezept. Das Grundrezept für die Rüeblitorte kommt also von den Experten, die die Bäcker von morgen ausbilden – das Nachbacken ist ausdrücklich erwünscht, und Komplimente „Schmeckt wie vom Bäcker“ sind durchaus möglich.

Viel Freude beim Backen und noch mehr davon beim Vernaschen wünsch ich Euch.
Eure

2 Kommentare

  1. Leni Sonnenbogen

    mjammi…..Sieht super lecker aus! Lieben DANK für das tolle Rezept Katja! Speicher ich mir direkt mal ab! – Ob der Wohl auch ohne Konfitüre geht? Liebe Grüße! Nicole

    • Katja von ♥ schoenstebastelzeit 

      Liebe Nicole – klar, der geht auch ohne Konfitüre! Vielleicht magst Du stattdessen etwas Orangensaft auf den Kuchen träufeln, ihn damit leicht tränken? Damit er genauso saftig wird?

      Viel Freude beim Backen, und lass Dir die Marzipanmöhrchen nicht vom Kuchen klauen!
      Liebe Grüße,
      Katja

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